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Berghotel Rehlegg: Nachhaltigkeit - Humusaufbau für den CO2-Ausgleich 

Beitrag: Humus

Neue Klimawege

Ein hoher Humusgehalt im Boden kann den CO2-gehalt in der Atmosphäre reduzieren und das Klima entlasten. Deutschlandweit sind wir der erste Hotelbetrieb, der seine CO2-Kompensation mit Aufforstungsprojekten und nun auch mit "Humus-zertifikaten" umsetzt.

Seit Jahren ist es uns ein großes Anliegen, unser Berghotel Rehlegg so nachhaltig wie nur irgend möglich zu führen. Und dazu gehört ab sofort die Förderung von Humusaufbau in der Region, genauer gesagt am Mühlhauser Hof in Garching an der Alz.
Gesunde Böden sind zwar die Grundlage der Landwirtschaft aber nicht immer in Einklang mit den Vorgaben des Marktes zu bringen. Gefordert werden Lebensmittel in großer Menge, die jederzeit und zu günstigen Preisen verfügbar sein müssen. Das zerrt am Humusboden, die Schichten werden dünn. Dabei sind humose Böden wesentlich weniger erosionsgefährdet als humusarme Böden. Sie sind widerstandsfähiger gegen Witterungsereignisse wie Starkregen, Wind und Trockenheit und können Starkniederschläge bis zu 125 Liter pro Quadratmeter und Stunde aufnehmen. Das senkt die Gefahr von Überschwemmungen. Außerdem ist ein humoser Boden ein enormer Nährstoff- und ein perfekter CO2-Speicher.
Humusaufbau ist allerdings ein Prozess, der ständig aufrechterhalten werden muss und der dem Bauern eine andere, kostenintensivere Bewirtschaftung abverlangt. Diesen finanziellen Mehraufwand gleicht die Initiative CarboCert durch Zertifikate-Handel aus und der funktioniert so: Wir zahlen für jede verursachte Tonne CO2 einen Betrag von 45 Euro. Davon bekommt der teilnehmende Landwirt 30 Euro - aber nur wenn sich nach drei Jahren wissenschaftlich bestätigen lässt, dass sein Humusboden zugelegt hat. Das Geld wird in der Zwischenzeit von einer Stiftung verwaltet, die sich 15 Euro als Aufwandsentschädigung behält.

Kompost statt Gülle
Landwirt Hubert Mühlhauser war von der Idee sofort begeistert. Seit zehn Jahren schon beliefert er uns mit Frischei aus Freiland-und Bodenhaltung. „Wir wollen unseren Kunden gesunde Eier anbieten und achten auf die Gesundheit unserer Tiere und auf einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Deshalb bauen wir das Futter bis hin zur Sojabohne für die Eiweißversorgung der Hühner selbst an, so können wir Qualität und Regionalität garantieren“, erklärt er. Hubert Mühlhauser setzt von jeher auf einen gesunden, humusreichen Boden und ist gerne bei dem Projekt dabei. Dafür erklärt er sich beispielsweise bereit, mit Kompost zu düngen, statt mit Gülle oder Jauche. Er wird auf eine minimale Bodenbearbeitung anstelle von Pflug, Grubber, Hacke und Striegel setzten und auf Dauerbegrünung anstelle der Herbstfurche und Winterbrache. Er wird die Pflanzenvielfalt auf seinen 100 Hektar Nutzflächen erhöhen und Misch- statt Monokulturen forcieren. Und wir werden im Gegenzug jährlich 300 Tonnen, sprich die Hälfte unseres CO2-Ausstoßes, mit einer Zahlung von 13.500 Euro ausgleichen. Die andere Hälfte wird weiterhin über ein Aufforstungsprojekt in Panama kompensiert. In einem mit weiteren sieben deutschen Klimahotels gepflegten Wald, konnten wir dort schon eine Fläche von 250.000 Quadratmetern renaturieren.

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